Das Cello, ein vielseitiges Streichinstrument mit reicher Geschichte, erfreut sich in Deutschland und weltweit wachsender Beliebtheit. Von seiner Entwicklung in Italien bis hin zu seiner Rolle in der modernen Musiklandschaft hat das Cello eine faszinierende Reise hinter sich. Hier sind 10 interessante Fakten über das Cello, mit besonderem Fokus auf Deutschland und Europa:
Inhaltsverzeichnis
- 1 Die Zahl der Cellolernenden in Deutschland ist in den letzten zehn Jahren um 14% gestiegen (The Strad)
- 2 Das Cello wurde erstmals um 1550 in Norditalien entwickelt (Stage Music Center)
- 3 In Deutschland und den Niederlanden waren im 17. und 18. Jahrhundert Celli mit fünf Saiten verbreitet (Stage Music Center)
- 4 Antonio Stradivari standardisierte die Größe des modernen Cellos (Stage Music Center)
- 5 Deutsche Cellohersteller erlebten vor etwa 15 Jahren eine Krise aufgrund der chinesischen Konkurrenz (Johnson String Instruments)
- 6 Viele moderne Celli werden in einem globalen Produktionsprozess hergestellt (Johnson String Instruments)
- 7 Das Cello wird zunehmend in nicht-klassischen Genres wie Jazz, Rock und Pop eingesetzt (Stage Music Center)
- 8 In Deutschland gibt es rund 920 Musikschulen, die Cellounterricht anbieten (The Strad)
- 9 Das Erlernen des Cellospiels fördert die motorische Kontrolle und kognitive Fähigkeiten (Stage Music Center)
- 10 In Europa war die Bratsche da Gamba ein Vorläufer des Cellos (Wikipedia)
- 11 Das Cello hat einen Tonumfang von über 4 Oktaven (Thomann)
- 12 Die Standardgröße eines Cello-Korpus beträgt etwa 75 cm (Thomann)
- 13 Das Cello wird fast ausschließlich im Sitzen gespielt (Thomann)
- 14 Fred Katz gilt als der erste „Nicht-Bassist“, der längere solistische Streich-Passagen auf dem Cello im Jazz spielte (Wikipedia)
- 15 Ray Brown veröffentlichte 1960 eines der ersten Mainstream-Jazz-Alben, das dem Cello gewidmet war (Wikipedia)
- 16 Ron Carter, ursprünglich Cellist, entwickelte einen „Piccolo-Bass“ für Jazz-Aufnahmen (Wikipedia)
- 17 Im 15. und 16. Jahrhundert entwickelte sich das Cello parallel zur Familie der Gamben (Thomann)
- 18 Johann Sebastian Bach schrieb seine 6. Suite für Violoncello solo für ein fünfsaitiges Cello (Thomann)
- 19 Bis etwa 1800 wurde das Cello ohne Stachel gespielt (Thomann)
- 20 Der Name „Violoncello“ bedeutet wörtlich „kleine Großviola“ (Thomann)
- 21 Das Cello hat eine Gesamtlänge von etwa 120-130 cm (Instrumentenwelt)
- 22 Der Bogen eines Cellos ist kürzer als der einer Violine (Thomann)
- 23 Das Cello wurde im 20. Jahrhundert auch in der indischen klassischen Musik eingeführt (ipassio)
- 24 Die tiefste Saite eines Cellos (C-Saite) hat eine Frequenz von etwa 65 Hz (Paganino)
- 25 Das erste Cellokonzert wurde 1689 von Giuseppe Jacchini komponiert (Klassik Radio)
- 26 Der Cellist Yo-Yo Ma hat über 100 Alben aufgenommen und 18 Grammy Awards gewonnen (Yo-Yo Ma Official Website)
- 27 Das Cello wird in der Musiktherapie eingesetzt (American Music Therapy Association)
- 28 Es gibt elektrische Cellos, die ohne Resonanzkörper auskommen (Thomann)
- 29 Das Cello wird in der Filmmusik häufig für emotionale Szenen eingesetzt (Film Music Society)
- 30 Die Saiten eines Cellos können aus Darm, Stahl oder synthetischen Materialien bestehen (Superprof)
Die Zahl der Cellolernenden in Deutschland ist in den letzten zehn Jahren um 14% gestiegen (The Strad)
Laut dem Verband deutscher Musikschulen (VdM) lernen aktuell 920.000 Schüler ein Musikinstrument, verglichen mit 802.000 vor einem Jahrzehnt. Das Cello ist nach Klavier und Gitarre das drittbeliebteste Instrument mit fast 61.000 Schülern.
Das Cello wurde erstmals um 1550 in Norditalien entwickelt (Stage Music Center)
Obwohl Andrea Amati nicht der Erfinder des Cellos war, wurde er für den Bau von Celli für König Karl IX. von Frankreich bekannt. Die Entwicklung des Cellos im 15. Jahrhundert folgte auf eine lange Geschichte von Streichinstrumenten in der europäischen Musik.
In Deutschland und den Niederlanden waren im 17. und 18. Jahrhundert Celli mit fünf Saiten verbreitet (Stage Music Center)
Im Laufe der Geschichte variierte die Anzahl der Saiten des Cellos. Diese Vielfalt zeigt die Experimentierfreudigkeit der Instrumentenbauer und die sich wandelnden musikalischen Anforderungen in verschiedenen Regionen Europas.
Antonio Stradivari standardisierte die Größe des modernen Cellos (Stage Music Center)
Nach 1710 begann Stradivari, Celli in einer Größe zwischen den beiden ursprünglichen Dimensionen des Instruments zu bauen. Diese Standardgröße wurde bald von anderen Cellomachern in ganz Europa übernommen und ist bis heute die Norm.
Deutsche Cellohersteller erlebten vor etwa 15 Jahren eine Krise aufgrund der chinesischen Konkurrenz (Johnson String Instruments)
Die traditionell starke deutsche Celloindustrie geriet durch die zunehmende Qualität chinesischer Instrumente unter Druck. In der Folge mussten sich deutsche Hersteller neu orientieren und internationale Kooperationen eingehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Viele moderne Celli werden in einem globalen Produktionsprozess hergestellt (Johnson String Instruments)
Heutzutage ist es üblich, dass Celli Komponenten und Expertise aus verschiedenen Ländern vereinen. Beispielsweise kann ein Cello chinesische Handwerkskunst, europäisches Holz und amerikanisches Finish kombinieren, was die Globalisierung der Instrumentenherstellung widerspiegelt.
Das Cello wird zunehmend in nicht-klassischen Genres wie Jazz, Rock und Pop eingesetzt (Stage Music Center)
Obwohl das Cello traditionell mit klassischer Musik assoziiert wird, findet es immer häufiger Verwendung in anderen Musikstilen. Diese Vielseitigkeit hat zur wachsenden Popularität des Instruments in Deutschland und weltweit beigetragen.
In Deutschland gibt es rund 920 Musikschulen, die Cellounterricht anbieten (The Strad)
Der Verband deutscher Musikschulen (VdM) umfasst etwa 920 Musikschulen in allen 16 Bundesländern. Diese breite Verfügbarkeit von Musikunterricht trägt zur steigenden Zahl von Cellolernenden in Deutschland bei.
Das Erlernen des Cellospiels fördert die motorische Kontrolle und kognitive Fähigkeiten (Stage Music Center)
Studien zeigen, dass Kinder, die Cello oder andere Instrumente spielen, bessere Sprach- und Gedächtnisfähigkeiten entwickeln. Zudem verbessert das Cellospielen die visuelle-räumliche Verarbeitung und fördert Empathie.
In Europa war die Bratsche da Gamba ein Vorläufer des Cellos (Wikipedia)
Obwohl das Cello nicht direkt aus der Viola da Gamba hervorging, existierten beide Instrumente etwa zweieinhalb Jahrhunderte lang nebeneinander. Diese Koexistenz prägte die Entwicklung der Streichinstrumente in Europa maßgeblich.
Das Cello hat einen Tonumfang von über 4 Oktaven (Thomann)
Mit seinem großen Tonumfang kann das Cello sowohl tiefe Basslinien als auch hohe Melodien spielen. Dies macht es zu einem vielseitigen Instrument in verschiedenen musikalischen Kontexten.
Die Standardgröße eines Cello-Korpus beträgt etwa 75 cm (Thomann)
Der Korpus des Cellos ist deutlich größer als der einer Geige oder Bratsche, was zu seinem charakteristischen tiefen Klang beiträgt. Es gibt auch kleinere Versionen für Kinder, die von 1/16 bis 7/8 der Standardgröße reichen.
Das Cello wird fast ausschließlich im Sitzen gespielt (Thomann)
Im Gegensatz zu Geige und Bratsche wird das Cello aufgrund seiner Größe und Spielweise normalerweise im Sitzen gespielt, wobei der Stachel den Boden berührt.
Fred Katz gilt als der erste „Nicht-Bassist“, der längere solistische Streich-Passagen auf dem Cello im Jazz spielte (Wikipedia)
In den 1950er Jahren verhalf Fred Katz dem Cello zu mehr Aufmerksamkeit im Jazz, indem er es sowohl gestrichen als auch gezupft in der Band von Chico Hamilton einsetzte.
Ray Brown veröffentlichte 1960 eines der ersten Mainstream-Jazz-Alben, das dem Cello gewidmet war (Wikipedia)
Das Album „Jazz Cello“ von Ray Brown zeigte, wie das Cello als Melodie-Instrument in einer Bigband-Umgebung eingesetzt werden kann.
Ron Carter, ursprünglich Cellist, entwickelte einen „Piccolo-Bass“ für Jazz-Aufnahmen (Wikipedia)
Der bekannte Jazzbassist Ron Carter nutzte seine Cello-Erfahrung, um einen speziellen „Piccolo-Bass“ für Jazz-Aufnahmen zu entwickeln, der Elemente beider Instrumente vereint.
Im 15. und 16. Jahrhundert entwickelte sich das Cello parallel zur Familie der Gamben (Thomann)
Das Cello entstand als Teil der Viola-da-braccio-Familie, zu der auch die heutige Violine und Viola gehören, parallel zur Entwicklung der Gamben-Familie.
Johann Sebastian Bach schrieb seine 6. Suite für Violoncello solo für ein fünfsaitiges Cello (Thomann)
Obwohl heute viersaitige Celli Standard sind, komponierte Bach für ein Instrument mit einer zusätzlichen hohen e-Saite, was den Tonumfang erweiterte.
Bis etwa 1800 wurde das Cello ohne Stachel gespielt (Thomann)
Ähnlich wie die Gambe wurde das Cello ursprünglich zwischen die Beine geklemmt. Der heute übliche Stachel wurde erst ab etwa 1800 eingeführt und erhielt seine Feststellschraube noch später.
Der Name „Violoncello“ bedeutet wörtlich „kleine Großviola“ (Thomann)
Die Namensgebung des Cellos ist etwas kurios: Ausgehend von „Viola“ wurde „Violone“ für das größere Instrument gewählt, und die Verkleinerungsform „-cello“ angehängt, was zur paradoxen Bedeutung „kleine Großviola“ führt.
Das Cello hat eine Gesamtlänge von etwa 120-130 cm (Instrumentenwelt)
Die Größe des Cellos variiert leicht, aber in der Regel beträgt die Gesamtlänge eines Standardcellos zwischen 120 und 130 cm. Diese Größe ermöglicht den charakteristischen tiefen Klang des Instruments.
Der Bogen eines Cellos ist kürzer als der einer Violine (Thomann)
Während ein Violinbogen etwa 75 cm lang ist, misst ein Cellobogen nur etwa 70 cm. Diese kürzere Länge ermöglicht eine bessere Kontrolle beim Spielen des größeren Instruments.
Das Cello wurde im 20. Jahrhundert auch in der indischen klassischen Musik eingeführt (ipassio)
Obwohl traditionell nicht Teil der indischen Musik, wurde das Cello von einigen Musikern in die Hindustani- und Karnatische Musik integriert, was zu interessanten Fusionen westlicher und östlicher Klänge führte.
Die tiefste Saite eines Cellos (C-Saite) hat eine Frequenz von etwa 65 Hz (Paganino)
Diese tiefe Frequenz verleiht dem Cello seinen charakteristischen warmen und vollen Klang, der oft mit der menschlichen Stimme verglichen wird.
Das erste Cellokonzert wurde 1689 von Giuseppe Jacchini komponiert (Klassik Radio)
Jacchinis Werk markierte den Beginn einer langen Tradition von Cellokonzerten, die das Instrument als Soloinstrument etablierten.
Der Cellist Yo-Yo Ma hat über 100 Alben aufgenommen und 18 Grammy Awards gewonnen (Yo-Yo Ma Official Website)
Yo-Yo Ma ist einer der bekanntesten Cellisten der Gegenwart und hat maßgeblich zur Popularität des Instruments beigetragen.
Das Cello wird in der Musiktherapie eingesetzt (American Music Therapy Association)
Aufgrund seines beruhigenden Klangs und der Möglichkeit, es im Sitzen zu spielen, wird das Cello oft in der Musiktherapie verwendet, insbesondere bei der Arbeit mit älteren Menschen oder Patienten mit eingeschränkter Mobilität.
Es gibt elektrische Cellos, die ohne Resonanzkörper auskommen (Thomann)
Elektrische Cellos ermöglichen eine größere klangliche Vielfalt und sind besonders in der modernen und experimentellen Musik beliebt.
Das Cello wird in der Filmmusik häufig für emotionale Szenen eingesetzt (Film Music Society)
Aufgrund seines ausdrucksstarken Klangs wird das Cello oft in Filmmusik verwendet, um emotionale Tiefe zu vermitteln, wie beispielsweise in John Williams‘ Soundtrack zu „Schindlers Liste“.
Die Saiten eines Cellos können aus Darm, Stahl oder synthetischen Materialien bestehen (Superprof)
Die Wahl des Saitenmaterials beeinflusst den Klang und die Spielbarkeit des Instruments. Darmsaiten bieten einen wärmeren Klang, während Stahlsaiten heller und durchdringender klingen.